Jörg Pöhlemann / Marc Stoll gewinnen die „AvD Histo Tour 2026“

Anfang August veranstaltete der AvD die „Histo Tour 2026“. Rund 1.000 Kilometer, verteilt auf drei Tage, standen auf dem Programm. Mit legendären Rennstrecken wie dem Nürburgring und Spa-Francorchamps als Sonderprüfungen, anspruchsvollen Rallye-Gleichmäßigkeitsprüfungen (GLP) und zahlreichen Sollzeitprüfungen war für Abwechslung gesorgt.
Gefragt waren vor allem präzises Fahren, saubere Navigation und absolute Gleichmäßigkeit. Am Ende konnten Zehntel entscheiden – besser noch Hundertstel.
Tag 1 – Der Auftakt am Nürburgring
Bevor es auf die Nordschleife ging, waren zunächst vier Gleichmäßigkeitsprüfungen zu absolvieren.

Auf der ersten GLP hatten wir gegenüber einem der Favoritenteams zunächst sieben Sekunden verloren. Auf der zweiten Prüfung setzte dann teilweise ein Sensor aus, sodass wir auf GPS umstellen mussten. Trotz dieses Problems konnten wir die dritte Prüfung gewinnen und dem bis dahin Führenden gleich 15 Sekunden abnehmen.
Die GLP 3 und 4 gewannen anschließend an ein weiteres Favoritenteam.
Gegen Abend ging es dann endlich auf den Nürburgring. Zunächst drei Runden auf der Nordschleife und anschließend acht Runden auf dem GP-Kurs.

Wir wussten, dass der GP-Kurs die Bremsen wesentlich stärker beansprucht als die „Grüne Hölle“. Also war Vorsicht angesagt.
Umsichtiges Vorgehen war gefragt, um „Fahrer und Mechanik nicht zu überhitzen“… Die Sollzeiten durften nicht zu knapp angesetzt werden, aber auch nicht zu großzügig – schließlich mussten zusätzlich die Zeiten an den Zeitkontrollen eingehalten werden.
Wir erreichten Position vier und konnten den derzeit Führenden 39 Sekunden abnehmen.
Anschließend ging es auf den F1-Kurs. Insgesamt acht Runden standen dort auf dem Programm. Hier verloren wir allerdings wieder 2,3 Sekunden.
Im Etappenziel angekommen, konnte die Servicecrew schließlich auch das Sensoren Problem beheben. Nach Berücksichtigung der Streichresultate betrug unser Rückstand auf Platz eins gerade einmal 2,2 Sekunden.

Tag 2 – Die Führung
Der zweite Tag begann vielversprechend. Wir konnten zunächst alle folgenden drei GLPs gewinnen. Auch die darauffolgenden Sollzeitprüfungen und GLPs liefen besser für uns als für die bis dahin Führenden.

Und dann war es endlich so weit: SPA-Francorchamps.
Acht Runden auf dieser legendären Rennstrecke standen auf dem Programm.

Das Prozedere war ähnlich wie am Nürburgring: Setzzeit vorgeben, Zeit bestätigen, fünf Sekunden schneller, wieder bestätigen, noch einmal drei Sekunden schneller – und so weiter.
Bei der Ausfahrt der Boxengasse ging es zunächst hinauf zur bekannten und berüchtigten Eau Rouge.
Drei Runden später blieb genau dort ein Teilnehmer liegen. Zunächst wurde die Gelbe Flagge gezeigt, später kam „FCY“ – Full Course Yellow. Kurz darauf wurde die Prüfung abgebrochen.
Wir wurden von der Strecke geleitet.
Alle Teilnehmer vor uns sollten in die Boxengasse – nur wir nicht.
Wir waren damit das erste Auto und sollten weiterfahren.
Ratlosigkeit im Auto.
Welche Zeit? Welche Runde? Was war jetzt zu tun?
Ich blieb zunächst vor der Boxengasse stehen. Die Stoppuhr lief und musste erst wieder neu programmiert werden. Um unser Auto herum wurden die Marshalls zunehmend unruhiger.
Egal.
Wir starteten wieder.
Aus ursprünglich 8 Runden SPA wurden 14 Runden.
Am Ende allerdings fast alles umsonst: Die Prüfung wurde später am Abend neutralisiert.
Doch für uns hatte der Tag trotzdem einen entscheidenden Ausgang:
Wir hatten die Führung übernommen – mit 7,3 Sekunden Vorsprung.
Tag 3 – Jetzt bloß keinen Fehler machen
Am dritten Tag hieß es, die Führung zu verteidigen.

Bei den nächsten sechs Prüfungen lagen wir konstant unter den besten drei Teams. Die Zweitplatzierten kamen nicht näher an uns heran.
Es sah gut aus.
Bis …drei Prüfungen vor Schluss die Kupplung begann, sich bemerkbar zu machen.
Mal mehr, mal weniger.
Und prompt gingen unsere Zeiten in den Keller.
Vor uns lag ausgerechnet noch die letzte Prüfung in SPA – wieder acht Runden.
Wir mussten diese Prüfung einfach überstehen.
In SPA wurden wir schließlich Dritter und konnten unseren engsten Verfolgern in der Gesamtwertung noch einmal 0,6 Sekunden abnehmen.
Wir „schaukelten das Ding nach Hause“ und gewinnen mit 9 Sekunden Vorsprung.


