Finale der Int. Deutschen Meisterschaft im Supermoto in Eschbach

Am vergangenen Wochenende, dem 15. und 16. September, versammelte sich wieder die internationale Supermoto-Elite im Gewerbepark Breisgau auf der Rennstrecke des Freiburger Motorsportclubs. Nach sechs Rennen auf verschiedenen Strecken quer durch Deutschland fand dieses Jahr im Breisgau das absolute Highlight der Veranstaltungsreihe, das große Meisterschaftsfinale statt. Nach dem am Samstag Vormittag zu den freien Trainings anfangs noch ein paar Regenschauer für rutschige Streckenbedingungen sorgten und nur auf Asphalt gefahren werden konnte, meldete sich pünktlich zur Mittagszeit der Spätsommer zurück. Am Sonntag zu den großen Finalläufen herrschten dann bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen perfekte Bedingungen für Fahrer und Zuschauer.

So fanden dann vor allem am Sonntag auch wieder mehrere tausend Schlachtenbummler den Weg nach Eschbach, um mit den Supermoto-Piloten bei spektakulären Drifts und Schräglagen auf dem asphaltierten Teil der Strecke und waghalsigen Sprüngen im Gelände mitzufiebern. Denn nur wer sein Motorrad auf der asphaltierten Piste und im Offroad schnell und souverän bewegen kann, ist im Supermotosport vorne dabei. Insgesamt standen 210 Fahrer aus neun Nationen auf der Starterliste, um in acht Klassen von der internationalen Elite (S1) bis zur regionalen Amateurklasse um die begehrten Trophäen zu kämpfen.

Ein besonderes Talent hierfür bewies der Tscheche Pavel Kejmar, der vor zwei Jahren im Gewerbepark Breisgau sein allererstes Supermoto-Rennen bestritt. Im ersten Lauf der Klasse S1 bis 450 ccm reichte ihm ein vierter Platz um vorzeitig den Deutschen Meistertitel in der Tasche zu haben. Mit der Gewissheit, nichts mehr verlieren zu können, zeigte er im zweiten Lauf einen wahren Husarenritt. In Führung liegend aber voller Übermut stürzte er im Offroad, schwang sich aber gleich wieder auf seine Motorrad. Getreu seinem Motto “alles egal”, das auf seiner Lederkombi prangte, fuhr er noch als 14. über die Ziellinie und freute sich sichtlich über seinen Gesamtsieg. Auf den Plätzen zwei und drei in der Meisterschaft landeten Markus Class und Markus Volz. Tagessieger wurden der ehemalige Deutsche Meister Michael Herrmann im 1. Lauf sowie der amtierende Österreichische Staatsmeister Lukas Höllbacher im 2. Lauf.

In der hubraumoffenen Klasse S2 stand der Sieger Jochen Jasinski, ein echtes Urgestein des Supermotosports, nach einer absolut fehlerfreien Saison bereits fest. Vor dem Finale konnte er eine lupenreine Bilanz von 12 Pole Positions und 12 Laufsiegen vorweisen. Auf seiner technisch ungewöhlichen aber offensichtlich unschlagbar überlegenen 2-Takt Husaberg brachte er die Saison mit zwei weiteren Poles und zwei weiteren ersten Plätzen zur absoluten Perfektion, gekrönt durch den Pokal für den Deutschen Meister S2. Platz zwei in der Meisterschaft ging an Dirk Spaniol, der wie auch Jochen Jasinski den Supermotosport in Deutschland geprägt hat wie kaum ein anderer. Noch dominieren die erfahren Piloten die S2 aber auf dem dritten Platz meldet sich mit Jan Dominik Deitenbach die Jugend zu Wort und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis die Youngsters die alten Hasen vom Thron stoßen. Zu diesen jungen Wilden zählt auch Jens Wiedemann, der in der Tageswertung zweimal auf Platz zwei hinter Jasinski landete und kommende Saison in der S1 angreifen wird. Der für den FMC startende Lokalmatador Jan Flockerzie aus Ebringen fuhr im ersten Lauf auf Platz 9 vor und sicherte sich damit den 13. Gesamtrang in der Meisterschaft.

In der Supermoto Nachwuchsschmiede, der S3 bis 250 ccm, sind die Starterfelder leider nur dünn besetzt. Zur Internationalen Meisterschaft waren diese Saison nur sieben Fahrer eingeschrieben, beim Finale waren nur fünf am Start. In den regionalen Vereinen wie dem FMC ist die Jugend stark vertreten, die finanziellen Hürden für einen Start in der Meisterschaft sind aber hoch und die Förderung zu gering. Unter den angetretenen ging der Meisterpokal jedenfalls verdientermaßen an Andreas Buschberger aus Österreich, der sechs Läufe in dieser Saison für sich entscheiden konnte. Platz zwei ging an Florian Metzenrath, mit nur vier Punkten Rückstand knapp gefolgt von Jaimie van Sikkelerus aus den Niederlanden. Metzenrath und van Sikkelerus dominierten das Geschehen in Eschbach und fuhren in der Tageswertung jeweils abwechselnd einmal auf Platz eins und einmal auf Platz zwei.

Im Deutschen Supermoto-Pokal in der Klasse C1 bis 450 ccm stand Tim Schön diese Saison achtmal ganz oben auf dem Podest. Auch einen Lauf in Eschbach konnte er für sich entscheiden und sicherte sich damit den Meisterpokal. Auf Platz zwei in der Meisterschaft landete Max Nölte-Waberzeck, gefolgt vom zweiten Tagessieger in Eschbach, Benedikt Waag, mit einem denkbar knappen Rückstand von nur einem Punkt. In der Klasse C2 mit über 450 ccm wurde Jens Wiedemann, der bisher alle Rennen für sich entscheiden konnte und in Freiburg als Gast in der S2 antrat Deutscher Meister vor Sebastian Dechent und Eike Moes. Die Tagessiege in Eschbach gingen an Nico Lippek im ersten und Sebastian Dechent im zweiten Lauf. Der für den FMC als Gaststarter in der C2 angetretene Günter-Aslan Himsel erreichte in der Tageswertung einmal Platz drei und einmal Platz vier.

In seiner Art einmalig in der deutschen Motorsport-Szene ist der Ü40 Supermoto-Cup. Hier treten Amateurfahrer über 40 gegeneinander an und liefern Rundenzeiten ab mit denen sie auch in den anderen Klassen ganz vorne dabei wären. Zum Finale in Eschbach ging es nicht nur um die begehrten Pokale sondern auch um das größte Stück Spanferkel, was zum Saisonabschluß der Ü40er im Fahrerlager gergrillt wurde. Der Meisterpokal ging an Jürgen Hüther, gefolgt von Arie van Engelen aus den Niederlanden. Auf Gesamtrang drei landete FMC Pilot Christian Klipfel aus Endingen, der nur 8 von 12 Ü40 Läufen mitgefahren ist, aber sechs erste Plätze auf dem Konto hat. Auch in Eschbach zu seinem Heimat-Grand-Prix konnte er zweimal die Tageswertung für sich entscheiden.

Die Trophy der Supermoto Amateure wurde getrennt nach den Regionen Nord und Süd ausgefahren. In der Region Süd ging der Meistertitel an Macro Ruf vor Florian Wimmer. Der dritte Gesamtrang ging an den FMC Piloten Johannes Sitterle aus Tunsel, der in Eschbach in der Tageswertung die Plätze vier und fünf erreichte. In der Klasse Amateure Regional wurde ohne Serienwertung gefahren. Beide Läufe konnte jeweils Peter Amann aus Bad Bellingen für sich entscheiden. Im ersten Lauf standen neben ihm Michael Leinz aus Obersulm und FMC Fahrer Johannes Weiß aus Heitersheim auf dem Treppchen. Im zweiten Lauf komplettierten die FMC Piloten Loris Dikau aus Bad Bellingen auf Platz zwei und Sebastian Ruf aus Freiburg auf Platz drei das Podium.

Auf der Supermoto Rennstrecke des Freiburger Motorsportclubs wurde an diesem Wochenende erneut Motorsportgeschichte geschrieben. Zum neunten mal fand ein Lauf zur Internationale Deutschen Supermoto-Meisterschaft in Eschbach statt, wie der Promotor der Serie der ADAC Saarland immer wieder betont, ein absolutes Highlight in der Saison. Leider geht damit aber auch eine Ära zu Ende und ein zehnjähriges Jubiläum wird es nicht geben. Der FMC war nur Pächter auf dem Grundstück im Gewerbepark und durch den Verkauf des Geländes muss die Strecke für immer schließen. In der deutschen Supermoto-Szene klafft damit eine Lücke, die kaum zu schließen sein wird. Der FMC wird alle Hebel in Bewegung setzen und versuchen, einen adäquaten Ersatz für das Gelände zu finden. Vorerst sind aber am vergangenen Wochenende die Lichter für den Supermoto-Sport im Südwesten verloschen und vor den Aktiven wie den Fans liegt eine ungewisse Zukunft.

Alle Bilder der Veranstaltung in der FMC Galerie

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